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Chinesisch lernen im Kindergarten 02.01.2012

 

Chinesisch lernen im Kindergarten

2012 soll in Rödelheim die erste zweisprachige deutsch-chinesische Kita eröffnen - Baubeginn noch in diesem Jahr

Während China für viele Geschäftsleute immer attraktiver wird, zieht es andererseits viele Chinesen nach Europa – so auch nach Deutschland. Um den Bedürfnissen der Familien aus Asien gerecht zu werden, wird es in Frankfurt bald eine deutsch-chinesische Kita geben.

Von Dominik Meier

Rödelheim. Architekt Chen Zhen und Lehrerin Elke Schöne mit den Bauplänen für die Kita.	Foto: WeisArchitekt Chen Zhen und Lehrerin Elke Schöne mit den Bauplänen für die Kita. Foto: WeisBereits im nächsten Sommer sollen im Zentmarkweg in Rödelheim 30 Kinder herumtollen – im Moment kann man sich das nur schwer vorstellen. Das Gebäude, in dem am 1. Juni 2012 der erste bilinguale deutsch-chinesische Kindergarten in Frankfurt eröffnet werden soll, ist außen wie innen in keinem guten Zustand. Der Eigentümer vergleicht zurzeit die Angebote verschiedener Baufirmen, denn die Umbauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Träger der Einrichtung ist der Internationale Chinesisch-Deutsche pädagogische Verein (ICDP e. V.), der 2009 in Frankfurt von Menschen chinesischer und deutscher Herkunft ins Leben gerufen wurde. Der Verein verfolgt das Ziel, die Verständigung beider Kulturen zu fördern sowie internationale Beziehungen und gegenseitige Toleranz in der Erziehung zu betonen.

Gemischtes Konzept

Das Konzept des ICDP legt bei der bilingualen Kita vor allem Wert auf die sprachliche Förderung. Die Kinder werden sowohl von deutschen als auch von chinesischen Erzieherinnen betreut. Elke Schöne, Lehrerin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins, betont, dass das Chinesische eine positive Wirkung in der kindlichen Entwicklung haben kann. "Kinder, die Chinesisch lernen", sagt sie, "lernen zum Wort gleich das Bild dazu." Das Lernen der chinesischen Schriftzeichen fördere Gedächtnis und visuelles Vorstellungsvermögen. Außerdem sollen Qi Gong und Tai Chi mit den Kindern geübt werden, was der Konzentrationsfähigkeit und der Körperbeherrschung zugute kommt.

Im Gegenzug dazu schätzen die chinesischen Pädagogen am deutschen Erziehungssystem die Vielfalt unterschiedlicher Konzepte. Besonders das entdeckende Lernen, bei dem Kinder auf eigene Faust die Welt erleben und verstehen sollen, findet großen Anklang bei Chinesen. "Wir haben mit den Mitgliedern des Vereins das Schloss Freudenberg in Wiesbaden und das Mathematikum in Gießen besucht, um uns inspirieren zu lassen", erklärt Schöne.

Im Moment geht es jedoch erst einmal darum, den Umbau zügig über die Bühne zu bringen. Zwar gibt es ausreichend Platz und eine geeignete Raumaufteilung. Es ist aber noch viel zu tun, bis die Betriebsgenehmigung für die Kindertagesstätte erteilt werden kann. Das Erdgeschoss des Gebäudes wird derzeit zu einem kleinen Teil von einer Gaststätte benutzt, der Rest steht seit längerem leer. Die Kellerräume werden als Proberäume genutzt, was auch nach der Eröffnung der Kita außerhalb der Öffnungszeiten weiterhin möglich sein soll.

Die Kosten für Umbau und Ausstattung belaufen sich voraussichtlich auf mehr als 500 000 Euro. Ein Investitionskostenzuschuss von der Stadt zur Schaffung neuer Kita-Plätze wird einen Teil der Summe decken.

Ist die deutsch-chinesische Kita einmal fertiggestellt, bietet sie Platz für 30 Kinder im Vorschulalter: Eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren mit zehn Plätzen und eine Gruppe mit 20 Plätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren.

Attraktive Kita-Plätze

Der ICDP sieht in der Einrichtung nicht nur für Rödelheim, sondern für ganz Frankfurt eine Bereicherung. Für chinesische Eltern sei die Kita genauso interessant wie für deutsche Familien, die beabsichtigen, aus beruflichen Gründen nach Asien zu gehen.

Auch wenn die Kita für Eltern attraktiv sein dürfte, die keine Beziehung zu China haben, werden die Plätze bevorzugt an Kinder vergeben, die einen chinesischen Elternteil haben, deren Eltern schon einmal in China gelebt haben oder in absehbarer Zeit dort hinziehen.

 

 

 
 
 
 
   
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